Cut the crap

Ja, natürlich bin ich nervös. Das erste Mal, glaube ich, dass ich im Vorfeld so richtig, richtig unruhig bin, bevor ich etwas anfange. Ich habe schließlich nie unterrichtet. Und dabei sind auch noch andere involviert. Also sitze ich hier während David Fantastic Beasts im Kino schaut – und ich dachte schon, dieses Unternehmen sei zum Scheitern verurteilt – und zerbreche mir den Kopf darüber, ob ich genug Material gesammelt habe oder ob das alles noch viel zu wenig ist. Ob meine Ideen überhaupt in irgendeiner Weise interessant sind. Aber das alles werde ich wohl erst morgen wissen.
Überhaupt ist dieses ganze Lehrerin-Ding aber auch reichlich suspekt. Ich weiß nicht, in welchen Raum ich morgen soll. Ich weiß auch noch gar nicht so genau, wo und wie ich meine Stunden eintrage. Ich hoffe, all das löst sich auf einfache und zufriedenstellende Weise, ohne, dass ich beispielsweise tagelang hinter meinem Geld her rennen muss.

Auf der positiven Seite: ich trinke weniger! Zwar natürlich immer noch deutlich mehr als ich das in Berlin täte (wobei – substituiere trinken mit rauchen und wahrscheinlich kommt es aufs gleiche raus) Ich werde auch nicht reich mit meinem Job, also muss ich ein bisschen sparen. Und mehr Arbeit finden. Aber es ist ein Anfang. Und wenn ich mich gut und sicher fühle, kann ich neben Deutsch vielleicht auch noch Englisch unterrichten. Und dann steht mir die ganze Welt der Sprachschulen in Sankt Petersburg offen.

Und ansonsten: ich fühle mich wohl hier. Immer noch. Zwar habe ich schlechte Tage, natürlich, aber manchmal hilft mir David auch dabei, gut damit umzugehen. Es funktioniert gerade irgendwie. Trotzdem schwanke ich natürlich wie immer zwischen „Was mache ich eigentlich hier“ und „Beste Entscheidung ever!“. Aber ich glaube, im großen und ganzen bin ich ganz glücklich. Realisierungen, die mich getroffen haben: ich muss keine Weihnachtsmärkte betreten! Und überhaupt mit dem ganzen Kram da drumherum nichts zutun haben. Neujahr wird bestimmt auch entspannt. Der Gedanke an Feiertage bringt in mir zum ersten Mal seit Jahren nicht das Gefühl zum Vorschein, ich würde ersticken. Ich freue mich auf den Moment, indem einfach alles recht langweilig und glatt läuft, aber das wird wohl noch eine Weile dauern.

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