Jahresblabla

Hatte ich eigentlich jemals erwähnt, dass Mike und ich mal zusammen ein wunderschönes Vogelhaus gebaut haben? Es sah so aus.

Das Jahr 2017 ist um. So viele Jahresrückblicke habe ich inzwischen geschrieben, und ich habe das Gefühl, die Abstände werden immer kürzer. Diesmal sortiere ich das Ganze nach Monaten, denn es ist wirklich viel passiert.

JANUAR: Aufwachen in einer Datscha 20 km südlich von Sankt Petersburg. Es ist kalt, kein Mensch spricht meine Sprache, draußen liegt kein Schnee, es gibt zu viel Alkohol. Weiterreise nach Moskau und den Zug fast verpassen, weil man sich im Bahnhofscafé verquatscht hat. Umringt von Katzen im gemütlichsten „Hostel“ der Welt übernachten (eine drei-Zimmer-Wohnung im Zentrum Moskaus, in das man einfach ein paar Stockbetten gestellt hat). Flug nach Zürich und den besten Couchsurfer der Welt kennenlernen in der sterilsten Stadt der Welt. Flug nach New York und im Flugzeug die aufgeregteste Französin der Welt kennenlernen. Amerika ist wirklich so furchtbar…. amerikanisch. denken, in Queens einchecken, eine Woche allein und eine Woche mit Ansgar unter abstrusesten Wetterbedingungen verbringen. Gratis Pizza zu Bier in Brooklyn, merkwürdig aufdringliche Couchsurfer in Queens, gruselige Hostels, urige Cafés. Rückflug nach Berlin und unglücklich in Genf versacken, eine Woche bei Sabina wohnen und rumchillen und aufs Visum warten.

FEBRUAR: Ankunft im Wohnheim in Sankt Petersburg. Stress mit Uni, Stress mit Menschen im Wohnheim, merkwürdige Abenteuer mit benachbarten Obdachlosen erleben, aber Couchsurfing und alte Freunde treffen vitalisiert.

MÄRZ: Umzug in die Redhead Residence. Glyn kennenlernen. Und Judith. Einen absurden Monat mit viel Alkohol, viel Feiern und viel Rumgeknutsche verbringen.

APRIL: Ein Wochenende Urlaub in Berlin, das ich zu 90% mit Kiffen verbracht habe, Kiffen und irgendwie Daria hinterherfahren. Mein Portemonnaie wird geklaut.

MAI: Zoes Geburtstag und Stacey ist zurück und zieht in die Residence ein; die Feierei im Re-Ros wird auf jeden Fall unvergessen bleiben. Tag des Sieges mit zu viel Wein Zuhause verbringen und einfach entspannen und die ersten Sonnenstrahlen genießen.

JUNI/JULI: Abschied aus Sankt Petersburg und Trampen nach Helsinki. Dann Trampen nach Seinajöki, Festival und Weiße Nächte extreme. Trampen zurück nach Turku und dann nach Helsinki und auf dem Weg nach Berlin einen feuchtfröhlichen Abend in Riga mit zu vielen Amis verbringen. Auf dem Konzert von Judith im Wild at Heart Alex kennenlernen und aus einem verrückten One-Night-Stand ein paar schöne Begegnungen machen. Jenny zieht aus und wird durch Luzia ersetzt.

AUGUST: Festivalsaison! Auf zum Woodstock mit Ansgar und Ansgar („Junge, es gibt jetzt bier!“). Auf zum Open Flair: Heute ist ein „ich habe beim Versuch Zähne zu putzen ein Messer auf eine Bierdose geworfen und mein gesamtes Zelt und mich selbst mit der dadurch entstandenen Fontäne in Bier getränkt“ – Tag. Keine weiteren Fragen. Mit Mica und Tim und mysteriösen Menschen, aber geilen Konzerten. Kanufahren mit Nina auf der Weser und einen gemütlichen nacharbeits-Morgen mit den Kollegen am Späti verbringen. Einen Flug nach Wales verstreichen lassen..

SEPTEMBER/OKTOBER: Zoe kommt vorbei für’s Lolla. Dann trampen wir nach Heidelberg, um sich mit russischen Freunden von ihr zu treffen, dann weiter nach Paris, um eine Woche zu früh bei unserem Couchsurfer anzukommen. Daraufhin eine Nacht auf der Couch in der Hostelbar schlafen. Sich mit Mascha treffen und den Regen ertragen und den Louvre langweilig finden. Alleine über Belgien zurücktrampen und Zoe alles Gute wünschen. Und dann: California. Die Küste hoch und runter fahren, mit Zug, Bus und per Anhalter, von fünf Wochen nur drei Nächte in Hostels verbringen, in Big Sur versacken und den ganzen Tag kiffen, in Oakland zu viel MDMA nehmen und Blade Runner schauen, Laser Tag spielen in LA, flanieren in Venice, Döner essen in Santa Barbara. Meer und Strand, Strand, Strand. Oh, und nicht zu vergessen Schwarzenegger. Frederic verlässt uns für den Iran, dafür zieht Moritz ein. WG-Party schmeißen und als Van Gogh verkleidet zur Halloweenfeier gehen. Semesterstart! Außerdem: der Versuch, einen Bafög-Folgeantrag zu stellen.

NOVEMBER: Uni gegen Depression, Aufstehen gegen Liegenbleiben, Dinge sind schwierig und irgendwie unschön, man hangelt sich von Tag zu Tag, arbeitet viel, spielt viel Fußball, geht zu Bandproben und regelmäßig zu Berlin Spoken Word, wo man eines Tages nur kurz nach einem riesigen Nervenzusammenbruch mit schiefgeschnittenen Haaren einen grandiosen Spontanauftritt hinlegt und sich danach bis weit in den nächsten Morgen hinein begießen lässt. Rumknutschen mit Karl und auf Weinmessen so tun, als würde man eine Bar eröffnen.

DEZEMBER: Hauptsächlich friere ich. Und ich fühle mich sehr einsam. Die WG ist die meiste Zeit leer. Ansonsten: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Weihnachten verbringe ich bei Dascha. Mal sehen, wie das wird. Immer noch kein Bafög.

Wenn ich nichts vergessen habe, bin ich dieses Jahr c.a. 40,000 km gereist, habe zwei Kontinente und fünf verschiedene Länder besucht. Und das war mein Jahr 2017.

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