Und so weiter

Ich habe Kopfschmerzen – und Hunger – permanent Hunger. Ich könnte essen und essen, Unmengen an Nahrung verschlingen, alles in mich reinschütten, eine menschgewordene Raupe Nimmersatt. Egal, was ich tue, das Signal ‚es reicht!‘ will einfach nicht kommen, ein Befriedigungsgefühl stellt sich nicht ein. Warum ist das so? Was ist nur los mit mir?

Ich kam zurück nach Sankt Petersburg auf der Suche nach meinem liegengelassenen Glück, und was ich gefunden habe ist ein lose zusammengekehrter Rest verwirrter Gefühle. Ich bin ein Laubhaufen im Wind, den es mal hierhin, mal dorthin weht, dem es im Prinzip egal ist, wo er liegt, der nur frei ist, wenn er in Bewegung ist. Ich vermisse nichts und niemanden, mit Ausnahme vielleicht von David, aber den ziemlich extrem. Als ich Freitag an der Admiraltejskaya ausstieg und die vertraute Umgebung sah, da dachte ich „Und wenn du jetzt nach rechts blickst, dann kannst du ihn da stehen sehen, wie er auf dich wartet, so wie immer, wenn du hier warst.“, ich ging aus der Tür und habe nicht nach rechts geschaut, bloß nicht in die Richtung, bloß nicht in die Ecke, in der er immer stand, diese Erinnerung hat mich fast zerdrückt.

Alles ist Warten, Warten, dass was passiert, Warten, dass sich diese Gefühle ändern, Warten, auf die eine Nachricht, Warten, dass man irgendwann stirbt, dass Zeit vergeht.

Ich weiß doch nicht wohin mit mir, weiß doch nicht, was ich tun soll. Bin doch nicht wichtig, nur ein Mensch. Was macht es schon? Ich suche nur mein Stück vom Kuchen, aber ich fürchte, du hast es grad gegessen. Jetzt muss ich warten, bis sie neuen machen. Und warten, warten, warten.

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