Saisonarbeit

Es ist schwer, dieses gewisse Herbstgefühl in Worte zu verpacken. Aber es hat sicherlich etwas mit dem Bedürfnis zu tun, all die Erinnerungen aus dem Sommer ordentlich in Geschenkpapier zu wickeln, mit einer Schleife zu versehen und in die Vitrine mit den kostbaren Dingen zu stellen. Ein Sticker kommt drauf: „2016“, fürs Register. Im Herbst bereitet man sich darauf vor, sein Leben ab jetzt gemütlich anzugehen. Man schmiedet keine weltverändernden Pläne, man lässt die Dinge einfach so auf sich zukommen. Vorläufige Winterstarre, am Leben gehalten durch ein paar letzte Sonnenstrahlen. Man stagniert so vor sich hin.

Der Vorteil am alleine sein: man verändert so viel, wie man will, wann man will. Aber das ist eine Frühjahrssache: man räumt auf, entledigt sich all des Mülls, den man mal wieder im Laufe eines Jahres angesammelt hat und bildet dann im Sommer neue Ideen aus. Im Winter lehnt man sich entspannt zurück und betrachtet sein Werk, aber das macht man nicht alleine. Ich war seit fünf Jahren keinen Winter mehr alleine – wie verhält man sich da? Und wenn die Winterdepression kommt und man ist einsam – wer hilft einem da?

Ich habe den Eindruck, ich habe in den letzten Wochen und Monaten ein paar Dinge ins rollen gebracht. Im Herbst ist Erntezeit. Mal gucken, was ich ernte.

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